Werkstrasse Wil
Impressionen
Pläne
Infos
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Auftraggeber
B3 Gruppe AG + Stadt Wil
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Ort
Wil
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Leistungen konzeptS
Architektur- und Innenarchitektur über die Phasen: Vor- und Bauprojekt, Baubewilligung, Ausführungsplanung
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Projektschwerpunkte
Sanierung, Anbau Holzelementbau
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Projektprozess
little BIM
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Nachhaltigkeit
Holzbau, PV-Anlage
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Planung / Bauzeit
2022-2024
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Status
Abgeschlossen
Der Gewerbebau an der Werkstrasse in Wil ist ein bedeutendes Zeitzeugnis der Architektur der 1950er-Jahre. Mit seiner charakteristischen Materialisierung aus Sichtbackstein und Sichtbeton sowie der farbig akzentuierten Brüstungszone zeigt er typische Merkmale der Nachkriegsmoderne. Die horizontal gegliederte Fassade markiert eine klare Abkehr von den strengen Rasterfassaden der Vorkriegszeit und bringt eine neue gestalterische Offenheit zum Ausdruck.
Das Gebäude bildet zusammen mit dem ehemaligen Elektrizitätswerk ein Ensemble von hoher technik- und wirtschaftsgeschichtlicher Relevanz. Ziel des Umbaus war der respektvolle Erhalt des architektonischen Ausdrucks sowie der historischen Substanz - sowohl aussen als auch innen. Im Vordergrund standen dabei die Wahrung der Fassadengliederung, der Grundstruktur und der historischen Ausstattung, ebenso wie die sorgfältige Gestaltung der Umgebung.
Der bestehende, aus energetischer und bauphysikalischer Sicht ungenügende Anbau in Containerqualität wurde durch einen nachhaltigen, zeitgemässen Holzbau ersetzt. Die neue Erweiterung orientiert sich in ihrer Struktur am Bestand, übernimmt das gleiche Raster und wird bewusst als Holz-Skelettbau ausgeführt. Sichtbare Fichtenstützen und Unterzüge knüpfen ingenieurtechnisch und gestalterisch an das bestehende Tragwerk an und führen dessen Logik weiter. Die Anbindung an das Bestandsgebäude erfolgt über eine zurückversetzte Anschlussfuge, die den Alt- und Neubau gestalterisch klar voneinander trennt.
Der neue, zweiseitig verglaste Anbau schafft helle, moderne Arbeitsräume. Die dritte Wandfläche in Holz dient als ruhige Rückwand für einen grossflächigen Bildschirm und betont die Funktionalität des Raumes. Der Erweiterungsbau repräsentiert die Expertise des Büros im Bereich des modernen Holzbaus, während der Bestand für das Know-how im Massivbau steht – zusammen bilden sie ein räumlich erlebbares Statement für die Kernkompetenzen des Ingenieurbüros.
Auch im Innern wurde der Bestand sensibel saniert. Störende spätere Einbauten wurden entfernt, originale Qualitäten freigelegt und bestehende Bauteile instandgesetzt. Zentrales Element bleibt die grosszügige, halbgewendelte Treppe mit Oberlicht, die die Bürogeschosse verbindet und das Gebäude mit natürlichem Licht durchflutet. Im Erdgeschoss wurden die sanitären Anlagen vollständig erneuert und zwei neue Küchenzonen, eine im Mitarbeiterbereich und eine für Kunden vor dem Innovationsraum ergänzt.
Abgerundet wurde das Projekt durch die energetische Sanierung des Dachs und die Installation einer Photovoltaikanlage, ein zukunftsweisender Schritt im Sinne nachhaltiger Gebäudenutzung.